Kandidat*innen Wahl 2021

Willkommen auf der Seite der Wahlen für den Programmsteuerungsausschuss. Hier kannst du alle Kandidat*innen sehen und dich entscheiden:
Wahlberechtigt sind alle ehemaligen Freiwilligen, die in den letzten 10 Jahren ihren weltwärts-Freiwilligendienst gemacht haben und diesen vollständig beendet haben (d.h. Besuch eines Nachbereitungsseminars und Abgabe des Abschlussberichts).



Alejandro Rios Aparicio

Mein Name ist Alejandro Rios Aparicio und ich habe im Jahr 2018 im Rahmen des Weltwärts Süd-Nord Programms an einer Waldorfschule in NRW meine Freiwilligendienst geleistet. Zurzeit studiere ich Soziologie an der Goethe Universität Frankfurt am Main und besuche parallel zum Studium das Seminar zur Waldorflehrer in Frankfurt am Main. Außerdem bin ich ehrenamtlich mit Kindern tätig, engagiere mich bei Aktivitäten des International Office meiner Universität und mache derzeit ein Praktikum im Bereich Migration, Diskriminierung und Rassismus am Institut-Sigmund-Freud.

Eine Woche nach meiner Ankunft in Deutschland nahm ich am 10. Jährigen Jubiläum des weltwärts-Programms in Berlin teil. Bei den Präsentationen, Vorträgen und Gesprächen mit den Vertretern des Programms habe ich verstanden, dass das Programm mehr ist als ein Freiwilligendienst in einem fremden Land, es ist auch ein Austausch zwischen Kulturen, Ideen und Lebensweisen. Ein gemeinsames Lernen, weil wir beide in der gleichen Welt leben und wir voneinander lernen müssen. Ich habe es so verstanden, dass das Programm 2013 aufhörte, nur Nord-Süd zu sein und auch die Möglichkeit von Süd-Nord eröffnete. Schließlich verstand ich, dass der nächste Schritt darin bestand, diese Gleichheit zwischen den beiden Seiten zu erreichen. Zur Förderung eines gleichberechtigten Austausches sollen die Ehrenamtlichen der Süd in der Lage sein, sich an der Organisation zu beteiligen, sich selbst zu vertreten und ihrer eigenen Stimme Gehör zu verschaffen. Die Erfahrung, die ein Afrikaner*in, Latinoamerikaner*in oder Asiate*in in Deutschland hat, unterscheidet sich stark von der Erfahrung, die ein Europäer in einem Land des globalen Südens hat. Wer kann im Rahmen der strukturellen Diskrimination erklären, was wir hier erfahren, im Rahmen des Machtverhältnisses, was bedeutet für uns hier zu sein und im Rahmen soziale Ungleichheit was genau wir brauchen? Wer hört uns zu und wer vertritt uns? Das ist unser großes Problem. Wie kann dieser gleichberechtigte Austausch ohne die Beteiligung ehemaliger Freiwilliger aus dem Süden erreicht werden? In diesem Sinne denke ich, dass es noch ein weiter Weg ist und wir daran arbeiten müssen.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich einen Kinderheld habe oder ob dieses Konzept für mich kulturell anders ist, aber ich habe immer meinen Großvater vor Augen, der alleine aus einem sehr kleinen Dorf mitten in den Anden in die Hauptstadt ging, ohne Geld und ohne Bildung. Er begann als Schweißer in einem Schiffshafen, weil sie ihm ein Dach angeboten haben, und endete als Hafenmanager und Universitätsprofessor. Er hat mir immer liebevoll von seiner Heimat erzählt, von den Menschen, die dort lebten und wie schwer das Leben war. Ich erinnere mich auch mit Liebe an die Menschen, die ich in Lateinamerika kennengelernt habe, und ich vergesse nicht, was ich hier am Anfang erlebt habe. Deshalb möchte ich mich in diesem Projekt engagieren und gemeinsam daran arbeiten, damit das Programm wirklich in zwei Richtungen funktioniert.

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Cynthia Mungo Shey

Mein Name ist Cynthia Mungo Shey, 27 Jahre und komme aus Kamerun. Ich habe im Jahr 2018/2019 einen Freiwilligendienst in Deutschland in Estaruppin absolviert, wo ich als Englischlehrerin in der Evangelischen Schule assistiert, als Assistenztrainerin im Zirkuszentrum gearbeitet und auch in der Neuruppiner Klinik mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet habe, indem ich ihnen Musik beigebracht und typische traditionelle kamerunische Gerichte gekocht habe.

Zurzeit studiere ich im Masterstudiengang Agrarökonomie an der Humboldt-Universität in Berlin. Außerdem bin ich Mitglied der JCI Berlin und sehr aktiv bei den Kameruner Weltwaerts Alumni.

Ich wünsche mir, dass dieses Programm weitergeführt wird und mehr Menschen aus anderen Ländern daran teilnehmen können, weil ich bei denjenigen, die an diesem Austauschprogramm teilgenommen haben, einen Perspektivwechsel und eine Veränderung gesehen habe, mich selbst eingeschlossen.

Meine Vorbilder beim Aufwachsen waren meine Eltern, denn sie gaben meinen Geschwistern und mir die gleichen Möglichkeiten zu studieren, unabhängig vom Geschlecht. Es war eine Zeit, in der man glaubte, dass Frauen zu Hause bleiben und heiraten sollten, wenn sie älter werden. Insbesondere, weil sie nicht die Möglichkeit hatten zu studieren, aber alles taten, um uns die beste Ausbildung zu geben, und bevor mein Vater starb, hatte er Kinder anderer Verwandter durch die Schule gesponsert und einer meiner Brüder war Minister in meinem Land.

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Fabiola Mallach

Ich bin Fabiola Mallach und habe 2014/2015 mit weltwärts meinen Freiwilligendienst bei ‚Abalimi Bezekhaya‘ in Kapstadt, Südafrika, absolviert. ‚Abalimi‘ ist ein urbanes Gartenprojekt, welches zur Ernährungssouveränität in den ‚Cape Flats‘ beiträgt.

Zurzeit befinde ich mich in meinem Masterstudium der Internationalen Konfliktstudien mit Schwerpunkt auf nachhaltiger Friedensförderung und Gender und einem regionalen Fokus auf Afrikastudien. Das erste Masterjahr habe ich schon abgeschlossen und bereite gerade meine Masterarbeit vor.

Für weltwärts würde ich mir wünschen, dass Inklusion und Diversität im weltwärts- Freiwilligendienst und das Süd-Nord Programm weiterhin gezielt gestärkt und gefördert werden. Darüber hinaus sollte auch die ausreichende Finanzierung des Engagement von Rückkehrenden gesichert sein und Raum für Vernetzung und kritische Reflektion der eigenen Position und Erfahrungen geschaffen werden.

Meine Kindheitsheldin ist Momo (von Michael Ende), weil jeder bei ihr im Theater willkommen war und sie allen verdeutlicht hat, wie wichtig die eigene Zeit ist und wie wichtig es ist, sich selbst Zeit zu nehmen, zum Spielen, zum Reden, zum Nichtstun, da sich die Zeit nicht aufsparen lässt.

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Venice Marutha

Mein Name ist Venice Marutha und ich komme ursprünglich aus Pretoria, Südafrika, wohne aber derzeit in Berlin.

Im Jahr 2017/2018 hatte ich die Möglichkeit, einen Freiwilligendienst in Niedersachsen zu absolvieren, in einem Fünf-Sterne-Resort namens DJH, das sich in einem Dorf namens Neuharlingersiel befindet. Dieser Ort hat mir sehr viele Erfahrungen beschert. Mein Tag sah so aus: Kinder im Kindergarten betreuen, mit Jugendlichen Volleyball spielen und schließlich am Abend Lagerfeuer veranstalten.

Derzeit warte ich darauf, mich für meinen Studiengang in International Business einzuschreiben. Diese Entscheidung wurde durch meine Erfahrungen während meines Austauschjahres und mein Ziel, Fähigkeiten zu erwerben, die es mir ermöglichen, mich in der globalen Landschaft zurechtzufinden, während ich mich weiterhin für Gleichberechtigung und Menschenrechte einsetze, positiv verstärkt. Ich bin auch Mitglied des South/North SageNet-Mentorenprogramms, das sich darauf konzentriert, bessere Möglichkeiten zur Unterstützung von Freiwilligen während ihres Austauschjahres zu finden.

Ich habe einige Ideen für weltwärts, aber einer meiner Wünsche wäre, dass diese Austauschprogramme die gleiche Wirkung für Freiwillige haben. Es ist schwer zu begreifen, abgesehen von den sozialen Auswirkungen, wie diese Austauschprogramme das Leben meiner Süd-Nord-Gemeinde verbessern. Viele dieser Freiwilligen haben international erworbene Fähigkeiten, die ihnen nicht zu helfen scheinen, wenn sie zurückkehren. Ich hoffe, in dieser Hinsicht Fortschritte und Veränderungen zu sehen.

Für jemanden wie mich, der in einer offenen Gemeinschaft aufgewachsen ist, in der Freunde Familie bedeuteten, ist es schwer, eine Person als meinen Helden zu bezeichnen. Ich glaube fest an die Idee, dass es „ein Dorf braucht, um ein Kind großzuziehen“. Aber wenn ich wählen müsste, wäre meine Heldin der Kindheit definitiv meine eigene Großmutter. Sie ist furchtlos und setzt sich noch heute, mit fast 90 Jahren, für die Führung von Jugendlichen ein. Einer ihrer Lieblingssätze ist: „Wenn du nicht die Führung übernimmst und es tust, erwarte keine Veränderung!

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Vincent Gstettenbauer

Hey, mein Name ist Vincent Gstettenbauer, ich bin 22 Jahr alt, in der „arm aber sexy“ Bundeshauptstadt Berlin geboren und euer zukünftiger Freiwlligenvertreter im PSA 🙂

Von September 2016 bis Mai 2017 hatte ich das Privileg mit der Deutsch Indischen Zusammenarbeit e.V. mein weltwärts-Dienst in Indien, Jaipur zu absolvieren. Gemeinsam mit meinem ehemaligen Mitfreiwilligen Daniel war ich in einem Bildungsprojekt im ländlichen Raum eingesetzt. Dabei hatte ich die Möglichkeit mit sehr vielen inspirierenden jungen Menschen zusammenarbeiten, von Ihnen zu lernen und zudem meinen Beitrag für ein gelungenes Projekt beitragen zu können. Dass diese Möglichkeit, sowohl Süd-Nord und Nord-Süd in gleichberechtigter Weise auch weiterhin, auch nach Corona, von jungen Menschen auf der ganzen Welt genutzt werden kann, dafür muss im PSA gearbeitet werden und dafür werde ich mich einsetzen.

Nach meinem Bachelor Studium in Dresden in Internationalen Beziehungen werde ich ab September mit meinem Masterstudium fortfahren und möchte die Freiheit, welche sich mir dabei bietet, noch stärker für das weltwärts-Projekt und seine Freiwilligen einsetzen. Für die Freiwilligen und das Programm engagiere ich mich bereits seit einiger Zeit in der PFIF und auch in verschiedenen Gremien des weltwärts-Programms. Im PSA möchte ich daher eine aktive Stimme der Süd-Nord und Nord-Süd Freiwilligen sein und mehr in direkten Kontakt mit aktuellen und ehemaligen Freiwilligen treten und deren Perspektive im PSA einbinden!

An weltwärts hat mich vor allem die Partizipations- und Einflussmöglichkeiten von Freiwilligen sowie der Entsendeorganisationen beeindruckt. Dies ist ein Aspekt, welcher das Programm so einzigartig macht und weiter gestärkt werden sollte, damit auch in Zukunft junge Menschen in wichtige Entscheidungen eingebunden werden. Ein besonders wichtiges Anliegen ist für mich zudem der Ausbau der Süd-Nord-Komponente zu einer mit Nord-Süd gleichberechtigten Komponente des Programms. Wie alle hat heutzutage auch weltwärts sich meiner Ansicht nach mit seinem ökologischen Fußabdruck zu beschäftigen – durch die Langstreckenflüge keine Kleinlichkeit. Eine von staatlicher Seite finanzierte Kompensation des CO2-Ausstoßes muss daher ein erster Schritt sein.

Das ist einfach: Wickie. Wickie aus dem Kinderbuch „Wickie und die starken Männer“. Mich begeistert an ihm, wie er durch seine Hartnäckigkeit, Vorstellungskraft und Inspiration die starken, alten Wikinger von seinen Ideen überzeugt und damit zeigt, dass jede*r einen Unterschied machen kann und wir keiner Norm zu entsprechen haben, um Erfolg zu haben, etwas Positives bewirken zu können und die Welt zu einem besseren, vielfältigeren Ort zu machen.

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