Programmsteuerungsausschuss (PSA)

Eine Sitzung des Programmsteuerungsausschuss (PSA) unter Corona-bedingten Einschränkungen, – geht das überhaupt? Normalerweise findet der PSA in Bonn statt, die Akteure kommen aus ganz Deutschland um das Weltwärts-Programm weiterzuentwickeln. In der Regel steht in der Tagesordnung jeder PSA-Sitzung mindestens ein Diskussionspunkt, der besonders umstritten ist und für Ungewissheit und Spannung in der Sitzung sorgt. Dieses Mal, gab es kaum einen Punkt, der einwandfrei abgehakt wurde. Die heikle, durch Corona bedingte Situation sorgte für eine besonders gespaltete Stimmung im Gemeinschaftswerk. Die Zivilgesellschaft, besorgt um die Strukturen, die sie über Jahre lang hinweg aufgebaut haben und für eine steigende Qualität der Freiwilligendienste sorgten, mussten im PSA nicht nur für sich selbst sprechen, sondern legten dem Gemeinschaftswerk auch die Perspektiven der Partnerorganisationen nahe. Deren Engagement und die hervorragende Leistung, die die Entsendeorganisationen erbrachten, indem sie in kürzeste Zeit über dreitausend Freiwillige aus deren Einsatzländer, zurück nach Deutschland holten, wurde auch von staatlicher Seite gelobt.

Luca und Carlota, nahmen an dieser besonderen PSA-Sitzung, diesmal im Digitalformat, aus Hamburg und Berlin teil. Vor allem bei der Frage nach der Zukunft des Programms, hatte die zivilgesellschaftliche Seite die größten Fragezeichen. Wird der Entsendezeitpunkt für den Jahrgang 2020 verschoben? Werden dieses Jahr noch Freiwillige entsendet oder gibt es tragbare Kompromisse? Nach der Sitzung konnten keine Antworten auf die drängenden Fragen gegeben werden. Das BMZ teilte uns mit, dass es mit dem Auswärtigen Amt als auch mit dem Bundesfamilienministerium sehr eng im Kontakt stände, um gemeinsam einen Beschluss zu fassen.

Generell empfanden wir die Stimmung im PSA als sehr angespannt. Die Tatsache, dass man eine sechsstündige Sitzung, die schon per se sehr herausfordernd ist, online hielt – mit jeglichen technischen Problemen, kam erschwerend hinzu. Besonders fehlten uns die kleinen Kaffeepausen und das Mittagessen, diese kurzen Momente, in denen man mit anderen Akteuren, auch über andere Angelegenheiten bilateral sprechen konnte. Schließlich sind Präsenztreffen viel persönlicher, was für uns besonders wichtig ist, denn das trägt dazu bei als Gemeinschaftswerk enger zusammen zu rücken.

Als Fazit dieser Sitzung halten wir fest, das Gemeinschaftswerk sollte besonders in Krisenzeiten nicht ins Wanken geraten, sondern verstärkt mit einer gemeinsamen Positionierung auftreten. Unsere Anforderungen als Freiwilligenvertretung bleiben weiterhin die Qualität der Freiwilligendienste beizubehalten und nicht auf die wesentlichen Aspekten von Weltwärts, die das Programm von anderen Freiwilligendienste unterscheidet, zu verzichten. In der post-Corona Zeit möchten wir uns weiterhin für mehr Inklusion einsetzen, damit das Weltwärts Programm immer diverser und repräsentativer wird. Auch wollen wir diese herausfordernde Situation als Möglichkeit nutzten, um optimierbare Aspekte der Steuerungsebene auszubauen. Dabei wollen wir die für die Corona-bedingte Lage entwickelte Digitalisierung im PSA benutzen, um Partner stärker in die Steuerungsebene einzubinden. Natürlich sieht PFIF auch seine eigene Ausbaubedürftigkeit und zielt selbst auf mehr Einbeziehung von ehemaligen Süd-Nord-Freiwilligen.

Interessierst du dich für PFIF und die politischen Prozesse des Weltwärts-Programms? Dann melde dich bei uns unter pfif@freiwilligenvertretung.de.

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