Kandidat*innen Wahl

Willkommen auf der Seite der Wahlen für den Programmsteuerungsausschuss. Hier kannst du alle Kandidat*innen sehen und dich entscheiden:
Wahlberechtigt sind alle ehemaligen Freiwilligen, die in den letzten 10 Jahren ihren weltwärts-Freiwilligendienst gemacht haben und diesen vollständig beendet haben (d.h. Besuch eines Nachbereitungsseminars und Abgabe des Abschlussberichts).



Arturo

Hallo! Ich bin Arturo. Meinen weltwärts-Freiwilligendienst habe ich von 2014 bis 2015 im „Eine Welt Forum“ in Freiburg absolviert. Während meines Dienstes habe ich das Forum bei der inhaltlichen Entwicklung, Organisation und Durchführung von diversen Workshops, Kampagnen und Veranstaltung – unter anderem in Kooperation mit anderen Freiburger Organisationen- im Bildungsbereich nachhaltige Entwicklung und Globales Lernen unterstützt.

Derzeit lebe ich in Lima, Peru. Seit meiner Rückkehr habe ich sowohl das Nord- Süd, als auch das Süd- Nord Programm von weltwärts begleitet, dazu angestoßen, ein peruanisches Netzwerk zu etablieren, und die Entwicklung eines lateinamerikanischen Netzwerks für zurückgekehrte Freiwillige begleitet.

Beruflich habe ich mich der Ein-und Durchführung von humanitären Projekten für Migrant*innen und Geflüchtete innerhalb Südamerikas gewidmet.

Bezüglich weltwärts würde ich durch die PSA gerne bewirken, dass die aktive Rolle der Süd-Nord-Komponente sowie Netzwerke und Projekte von Rückkehrer*innen im Globalen Süden mehr gestärkt und gefördert werden. Es existieren bereits vielfältige Initiativen, die Projekte von Rückkehrer*innen des Nord-Süd-Programms in Deutschland unterstützen, sowie für Aktivitäten im Bereich der nachhaltigen Entwicklung und des Globalen Lernens, welche bereits einen großen Einfluss in bzw. auf Deutschland generiert haben.

Ich glaube, dass wenn eine längerfristige Begleitung von zurückgekehrten Freiwilligen der Süd-Nord-Komponente, sowie das Netzwerken unter Süd-Nord-Freiwilligen und die Durchführung von eigenen Projekten, in denen Konzepte von „Weltbürger*innen“, Globalem Lernen und nachhaltiger Entwicklung bestärkt werden würde, dann würde auch wirklich das Potenzial genutzt werden, welches während des einjährigen Freiwilligendienstes in Deutschland generiert wurde, so dass auch nach dem Freiwilligendienst der Impact, den weltwärts hat, in den jeweiligen Ländern im Globalen Süden weitergeführt werden kann und nicht „im Sande verläuft“.

PS: Ich habe keine*n Kindheitsheld*in, aber ich habe den Fuchs von dem Buch „Der kleine Prinz“ immer sehr geschätzt, weil er ihm gezeigt hat, was Verantwortung und Zeit heißt, um Bindungen zu anderen Menschen herzustellen, so dass sie zu etwas Einzigartigem werden und Stereotypen brechen. Etwas, was ich seither mit weltwärts und meinem Freiwilligendienst verbinde.

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Edmercio

Meine Name ist Edmercio Quiteria Ricardo. Ich bin 26 Jahre alt und stamme aus Mosambik. Im August 2017 bin ich durch die Vermittlung des Welthaus Bielefeld e.V. nach Deutschland gekommen.

Im Bildungszentrum Schopf in Bielefeld-Stieghorst, das zu den von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel gehört, habe ich einen einjährigen Freiwilligendienst (weltwärts-Programm) absolviert. In dem Zentrum werden jungen Menschen mit einer Behinderung eine Bildungsmaßnahmen vermittelt. Wir haben diese Jugendlichen helfend zur Seite gestanden, damit sie ins Arbeitsleben einsteigen können – eine Art zweijährige Ausbildung.

Nach dem Freiwilligendienst bin ich in Deutschland geblieben und habe in Bielefeld eine Ausbildung als Altenpfleger gemacht, die ich im Herbst 2021 erfolgreich  abgeschlossen habe. Jetzt arbeite ich in einer sozialtherapeutischen Einrichtung für chronisch suchtkranke Menschen in Herford.

Meine Ideen und Wünsche für das Weltwärts-Programm sind, es noch bekannter zu machen, so dass Ausgebildete und Schüler/innen in Deutschland nach dem Abitur erfahren, welche Problem Menschen in anderen Kulturen haben – und vielleicht auch, welche  Chancen sich im Ausland für die Freiwilligen hier bieten. Ich wünsche mir, dass Jugendliche wissen, dass sie aus Deutschland rausgehen und sich im Ausland engagieren können.

Sie sollen dabei die Welt entdecken, aber auch die Perspektive wechseln. Das kann für die Menschen in dem Empfängerland und auch für diejenigen, die das machen, eine Bereicherung und ein Gewinn sein. Denn nach meiner Erfahrung ist es so, dass Menschen, die im Ausland waren, nach ihrer Rückkehr auch die Welt hier ganz anders sehen. Freier von Vorurteilen und „globalisiert“.

Ich wünsche mir für das weltwärts-Programm aber auch, dass es gleichberechtigter wird und die Chancen auf beiden Seiten gleich werden. Oft werden beispielsweise 100 Freiwillige nach Mexiko gesendet und nur zwei nach Deutschland geholt. Ich wünsche mir da eine Systemwechsel, dass es irgendwie mehr Möglichkeiten gibt,  für junge  Menschen im Ausland, dass sie auch den Traum verwirklichen können, aus ihrem Land zu kommen, genau so wie es umgekehrt selbstverständlich der Fall ist. Aber auch weitere Ideen kann ich mir für weltwärts vorstellen.

Schon als Kind war Martin-Luther King mein Held. Zuhause sind wir sehr christlich erzogen worden, ich bin weiterhin tief gläubig. Mein Großvater hat mir oft von der Zeit erzählt, als in Mosambik noch die Portugiesen als Kolonialherren herrschten und ihm die Bibel und die Worte von Martin Luther King Kraft gegeben haben. Er hat mir von diesem Afroamerikaner berichtet, der stark und sehr mutig war in dieser sehr rassistischen Zeit in den USA. Für meinen Großvater war es ungeheuer wichtig, dass auch unser Land eines Tag frei sein wird von der Kolonialmacht und nie wieder Krieg herrscht.

Zu seiner Enttäuschung begann aber zwei Jahre nach der Unabhängigkeit ein brutaler Bürgerkrieg, der 16 Jahre dauerte. Als er zu Ende war, wurde ich drei Jahre später geboren. Mein Großvater wollte, dass sein Held auch mein Held wird. Und so bekam ich Bücher von ihm zu lesen, und es wurde mir vermittelt,dass Hoffnung und Glaub das letzte sind, was sterben sollte. Und so wurde Martin Luther King auch mmein Held.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ich die Chance bekäme, ein Vertreter von Freiwilligen werden zu können.

Mit freundlichen Grüßen

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Frederik Hornung

Ich war von August 2019 bis März 2020 in Livingstone, Sambia über einen Sportverein und das weltwärts-Programm.  Dort habe ich v.a. beim Sportunterricht geholfen und darüber hinaus die Zeit genutzt, um eine Jugendfußballliga zu organisieren.

Aktuell studiere ich an der Karlshochschule International Business mit dem Schwerpunkt Responsible Business. Das Wissen dort setze ich bei dem Projekt ZamBam Sports in die Praxis um. Wir produzieren in Sambia Fussballschienbeinschoner aus Bambus, wofür ich auch momentan für ca. 5 Wochen in Sambia bin. Zudem bin ich Gründungsmitglied des Fördervereins „Hep for friends – Zambia“ sowie des ersten weltwärts Alumni Vereins „Together on Earth – weltwärts Alumni“.

Ich habe Kontakt zu ein paar Süd-Nord-Freiwilligen, die teilweise noch in Deutschland sind. Ihre Erfahrungen möchte ich stärker miteinbinden, um die Möglichkeit, weiterhin in Deutschland aktiv zu sein, beispielsweise in Arbeit und Studium, zu eröffnen. Darüber hinaus können über den verstärkten Kontakt und Feedback Partnerorganisationen verbessert werden. Außerdem können so auch nachhaltig die Perspektiven der Nord-Süd-Freiwilligen beeinflusst werden, indem Möglichkeiten für weiteres Engagement und Projekte unterstützt werden. Dabei könnte ich mir gut vorstellen, dass jedem künftigen Nord-Süd-Freiwilligen im Einsatzland eine lokale Freiwillige zur Seite steht. Das stärkt den gegenseitigen Austausch und Wissenstransfer und bietet auch eine nachhaltigere Option für die Projekte, da diese unabhängiger von den FW werden. Im Schnitt würde das den weltwärts-Freiwilligendienst nur ca. 10% teurer machen. Dafür können sich die Strukturen dann auch ohne deutsche Freiwillige festigen und mehr lokale Ideen gefördert werden. Außerdem möchte ich, dass mehr Austausch zwischen den Entsendeorganisationen und ihren Freiwilligen entsteht. Das könnten u.a. Erfahrungen aus Projekten ehemaliger FW sein, die dabei helfen, ein ähnliches Projekt woanders besser bzw. schneller aufzubauen. Dass dies sehr hilfreich ist, habe ich bei der Jugendliga erfahren, bei deren Organisation ich mich mit einem ehemaligen Ruanda-Freiwilligen austauschen konnte. In diesem Projektverzeichnis möchte ich zudem Hack your shack, die Low Tech Lösungen der breiten Allgemeinheit zugänglich machen wollen, und ähnliche Initiativen einbinden, um innovative und skalierbare Lösungen über die weltwärts-Freiwilligen als Multiplikatoren zu verbreiten und somit funktionierenden Projekten eine hohe Reichweite zu ermöglichen.

Als dritten Punkt möchte ich auch die bestehenden Formate bekannter machen, da ich z.B. nur über Umwege auf die FW-vertretung gestoßen bin, und das in Form eines Leitfadens für die Entsendeorganisationen umsetzen. Und ich möchte, dass mehr Geschichten – negative wie positive – über weltwärts erzählt werden.

Mein Kindheitsheld war Franck Ribéry. Ich bin, wie er, leidenschaftlicher Fussballer, war auch recht klein und stehe wie er für meine Meinung ein. Beim Goldsteak bin ich natürlich nicht seiner Meinung😉 Mittlerweile denke ich aber, dass Torsten Schreiber von AfricaGreenTec zu meinem Vorbild geworden ist.

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Hanna Enste

Mein Name ist Hanna Enste, ich bin 19 Jahre alt und von 2020-2021, in dem uns allen bekannten Corona-Jahr, habe ich meinen Freiwilligen-/Lerndienst in der Hauptstadt Ruandas, Kigali, absolvieren dürfen. Ich war in der Root Foundation tätig, welche sich Straßenkindern sowie Jugendlichen und Kindern aus benachteiligten Verhältnissen annimmt und ihnen durch zahlreiche Aktivitäten eine Perspektive versucht zu ermöglichen. In dieser Zeit habe ich gemeinsam mit meinen Teamkolleg*innen „Sex Education“ ins Leben gerufen, bei dessen Umsetzung mir meine ehrenamtliche Arbeit in der AIDS-Hilfe weiterhelfen konnte. Hinzu kommt, dass ich eine Partnerschaft mit einem deutschen Gymnasium koordinieren durfte und wir kleine Projekte auf die Beine stellten.

Zurzeit studiere ich Kulturwirtschaft in Passau und beschäftige mich unter anderem mit Themen, wie internationaler Kommunikation, Projektentwicklung und Diskriminierung. Somit ist es noch mehr eine Herzensangelegenheit mich auch weiterhin für weltwärts und die Interessenfelder von zahlreichen Freiwilligen sowie Ehemaligen einzusetzen. Ich möchte ein aktiver Teil der PFIF werden, meine Erfahrungen und Perspektiven, die sich in den letzten zwei vergangenen Jahren intensiv verändert, vertieft und erweitert haben, miteinbringen und teilen. Persönlich bin ich von dem Konzept weltwärts einfach nur begeistert, dennoch sehe ich zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten. Jenes betrifft eine kritischere Außendarstellung, Medienpräsenz sowie Publikation im Allgemeinen. Leider wissen auch viele Menschen nicht einmal, dass weltwärts existiert, weshalb verstärkt darauf hingewiesen werden sollte, wie durch Promoting in Schulen. Eine intensivere öffentliche Auseinandersetzung mit Themen wie „white saviorism, critical whiteness und dem Code of Conduct“ wünsche ich mir, da manche Klischees leider verstärkt reproduziert werden. Hinzu kommt, dass der Süd-Nord Austausch mehr Aufmerksamkeit erhalten sollte sodass wirklich von einem internationalen Austausch gesprochen werden kann und das Kriterium der Gleichberechtigung erfüllter ist. Ein „Projekt im Projekt“, welches der/dem Freiwilligen erlaubt sich mehr einzubringen und etwas selbst in die Hand zu nehmen, könnte auch ein fester Bestandteil des Dienstes sein. Ergänzend dazu ist es von großer Bedeutung die Kommunikation zwischen Entsendeorganisation, Partnerorganisation und Freiwilligen zu stärken, da es häufig zu einer Unter-/Überforderung kommt.

Mein prägendster Kindheitsheld ist mein Stiefvater. Er zeigte mir, was Nächstenliebe ist, dass nichts als selbstverständlich gesehen werden sollte und es nicht viel mehr braucht, als Menschen, die einen lieben und als gleichwertig betrachten. Sein/mein Motto, lautet: „Straight on fort the days ahead“ und genau dies möchte ich mit der Position als Freiwilligenvertretung verbinden. Heißt, weltwärts zukunftsorientiert auszubauen, eine intensivere nachhaltige Entwicklung und Menschen zusammenzubringen, zum Nachdenken anzuregen und sich gemeinsam für unsere Welt stark zu machen.

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Sara Müller

 Liebe ehemalige Freiwillige,

ich bin Sara Müller und 25 Jahre alt. 2015/2016 war ich, nach dem Abitur, mit weltwärts in Ghana in der Voltaregion. Begleitet wurde mein Freiwilliges Soziale Jahr durch die „Norddeutsche Mission“. Die meiste Zeit meiner Freiwilligen-Arbeit war ich in einer Grundschule tätig, wo ich die Lehrerinnen zweier Klassen unterstützte und für Schulprojekte, wie z. B. den Aufbau und die Betreuung einer „mobilen Bibliothek“ zuständig war. Die Zeit in Ghana war für mich hinsichtlich meiner Berufsfindung sehr wertvoll. Da ich große Freude daran hatte, vor allem Kinder zu fördern, die in der Schule Schwierigkeiten z. B. mit dem Lesen und Schreiben hatten, entschied ich mich dazu, „Ergotherapie“ zu studieren. Neben der beruflichen Orientierung schenkte mir die Zeit in Ghana viele Freundschaften, die bis heute bestehen und die Freude am Sprechen einer Fremdsprache. Nach dem FSJ habe ich bei der Fortbildung „Multiplikator*in für globales Lernen“ mitgemacht und versuche auch heute noch regelmäßig an Treffen meiner Entsendeorganisation teilzunehmen.

Ich liebe es zu reisen, schätze interkulturellen Austausch und spreche – seit meinem FSJ in Ghana – gerne Englisch. Derzeit lebe ich in Washington, DC und arbeite hier in einer Gastfamilie mit drei Kindern, von denen ein Kind eine physische Beeinträchtigung hat, und daher auch mein therapeutisches Wissen und Handeln gefragt ist. Für mich ist dies eine großartige Chance, als Ergotherapeutin nach meiner Ausbildung Auslandserfahrungen zu sammeln.

Ein großer Wunsch von mir für weltwärts ist es daher, dass das Nord-Süd-Programm, neben Personen die ein FSJ nach der Schule machen wollen, auch für Personen attraktiver zu machen, die bereits eine Ausbildung oder ein Studium absolviert haben. Ich habe den Eindruck, dass ich über die Möglichkeit, nach dem Abitur ins Ausland zu gehen, besser informiert wurde als darüber, dies nach dem Studium zu tun. Etwa 80 % meines FSJ-Jahrganges waren Abiturient*innen, lediglich einer aus unserer Gruppe hatte bereits ein abgeschlossenes Studium. Ich denke, dass der Benefit des „Gebens und Nehmens“ noch viel größer sein kann, wenn man bereits eine Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen hat und in seinem Gastland in seinem Berufsfeld arbeitet, dort seine Expertise einbringt, aber auch viel Neues lernt, sowohl beruflich als auch privat. Für die Süd-Nord-Freiweilligen, die häufig bereits eine Berufsausbildung haben, möchte ich mich dafür einsetzen, dass sie auch die Möglichkeit erhalten wirklich in ihrem Berufsfeld Erfahrungen in Deutschland sammeln zu können.

Eine meiner Kindheitsheld*innen war „Pippi Langstrumpf“, vermutlich weil ich es bewundert habe, wie stark, mutig und eigenständig sie war und weil mich ihre Verbundenheit zu Tieren und Freunden beeindruckte.

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