Triff PFIF! „Freiwilligendienste für alle!“

Immer mehr Menschen machen einen Freiwilligendienst im Ausland, doch nicht allen steht diese Möglichkeit offen. Das kann nicht sein!

Wir haben deshalb Initiativen eingeladen, die sich bereits jetzt für sozial inklusive Freiwilligendienste einsetzen und aufzeigen, wo gesellschaftliche Exklusion stattfindet.

Menschen ohne deutschen Pass, die nach Deutschland einreisen möchten, sind häufig mit diskriminierenden Visaverfahren konfrontiert – auch sogenannte Incoming-Freiwillige. Wie sieht diese Praxis aus und welche Ansätze gibt es, um etwas dagegen zu tun? Wie steht es um die Teilnahme von People of Color (info: https://weranderneinenbrunnengraebt.wordpress.com/2012/09/15/people-of-color/) an Programmen wie weltwärts? Welche Erfahrungen machen Organisationen, die sich für Freiwillige mit Beeinträchtigungen einsetzen? Und wie werden potentielle Freiwillige mit Berufsausbildung erreicht?

Über diese und weitere Fragen werden wir vom 3. bis 5. Juli in Berlin informieren und diskutieren. Wir freuen uns, dass wir dafür die Kampagne Visa Wie? Gegen diskriminierende Visaverfahren, die Gruppe weltwärts in Color und die Organisationen IN VIA Köln und bezev gewinnen konnten!

Was erwartet mich? – Das Programm

(Beschreibung der Workshops siehe unten)Bildschirmfoto 2015-09-21 um 16.35.58

Wo, wann, wer?

Wir treffen uns von Freitag, 3. Juli (Anreise bis 18:00 Uhr) bis Sonntag, 5. Juli (13:30 Uhr) im Tagungshaus Alte Feuerwache (http://www.tagungshaus-af.de/index.php/de/) (Axel-Springer-Straße 40/41, 10969 Berlin-Kreuzberg). Das Treffen richtet sich an ehemalige Freiwillige des weltwärts-Programms. Wir freuen uns aber auch über die Teilnahme von weiteren Interessierten! Die Räumlichkeiten sind barrierefrei zugänglich. Die Kosten für Teilnahme und Anfahrt können übernommen werden.

Interesse?

Dann melde Dich bis zum 26. Juni an.

Beschreibung der Workshops

Samstag Vormittag (9:30 – 13:00)

1) Die Macht des Visums

Mit einem deutschen Reisepass kann ich ohne Probleme in 174 Länder dieser Erde einreisen. Umgekehrt ist nur für 63 Länder die Einreise nach Deutschland visafrei. Alle anderen müssen einen kompliziertes Visaverfahren durchlaufen und sind letztlich der Willkür der deutschen Behörden ausgesetzt. Und ob die zuständige Botschaft ein Visum ausstellt, hängt nicht zuletzt von der Herkunft des/der Antragstellenden ab. Im ersten Teil unseres Workshops beschäftigen wir uns mit der deutschen Visapolitik als Mittel zur rassistischen Ausgrenzung, Einschränkung von Bewegungsfreiheit und Festigung von Privilegien des Globalen Nordens. Wir versuchen den Fragen auf den Grund zu gehen: Wie funktioniert Visavergabe eigentlich? Wer ist für was zuständig und was sagen die entsprechenden Gesetze und Bestimmungen?
Im zweiten Teil unseres Workshops wollen wir uns dann mit konkreten Handlungsoptionen auseinandersetzen. Welche Möglichkeiten existieren im Bereich der Freiwilligendienste? Und welche Maßnahmen braucht es dazu?

Aaron Scheid/Christian Roth – Visa Wie? Gegen diskriminierende Visaverfahren

 

Samstag Nachmittag (15:00 – 18:30)

2) Ausbildung im Gepäck – weltwärts für alle

Bisher nehmen vor allem Abiturient*innen an internationalen Freiwilligendienstprogrammen wie weltwärts teil. Junge Menschen mit anderen Bildungshintergründen und / oder einer abgeschlossenen Berufsausbildung sind stark unterrepräsentiert. IN VIA Köln e.V. verfolgt gemeinsam mit anderen Entsendeorganisationen das Ziel, den Anteil an Entsendungen von Freiwilligen mit abgeschlossener Berufsausbildung zu erhöhen. Im Rahmen einer weltwärts-Begleitmaßnahme finden dazu verschiedene Maßnahmen statt, welche im Workshop vorgestellt werden. Außerdem wird den Fragen nachgegangen: Warum nehmen bisher wenig Freiwillige mit Berufsausbildung an Freiwilligendienste teil? Welche Möglichkeiten kann es für Rückkehrerinnen und Rückkehrer geben, sich in diesem Bereich zu engagieren?

Melanie Bächle – IN VIA Köln e.V.

 

3) Jetzt einfach machen!

Seit 2011 können auch Menschen mit Beeinträchtigung/ Behinderung weltwärts gehen. Unter dem Motto „Jetzt einfach machen!“ ermöglicht bezev in Kooperation mit anderen Entsendeorganisationen auch jungen Menschen mit Beeinträchtigung/Behinderung einen weltwärts- Freiwilligendienst. Im Workshop wird zunächst die inklusive Arbeit von bezev und weltwärts- Programm für und mit Menschen mit Beeinträchtigung/Behinderung vorgestellt. Anschließend werden wesentliche Barrieren und Lösungsmöglichkeiten für die Teilhabe von Freiwilligen mit Beeinträchtigung/Behinderung dargestellt und diskutiert. Persönliche Erfahrungen (z.B. in Form von Videos, von Teilnehmenden) können hier ausgetauscht und Sichtweisen auf Behinderung/Beeinträchtigung erweitert werden. Handlungsoptionen werden diskutiert und dabei auch Mitwirkungsmöglichkeiten in der Arbeit von bezev vorgestellt. Gemeinsam werden schließlich Empfehlungen aus Sicht der Freiwilligenvertretung an Freiwilligendienstprogramme (insbesondere weltwärts) formuliert.

Rebecca Daniel – bezev (Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit e.V.)

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