Kandidat*innen Wahl 2024

Hier stellen sich die diesjährigen Kandidat*innen für die zwei verfügbaren Posten vor:

NORD-SÜD-KOMPONENTE

Heiko Manz
Mein Name ist Heiko A. Manz, und ich bin derzeit Student der Internationalen Beziehungen in Groningen, Niederlande. Ab August werde ich meinen Master der Internationalen Beziehungen in Berlin beginnen. Im Jahr 2019/2020 hatte ich das Privileg, am Weltwärts Programm teilzunehmen und in Ramallah, Palästina, zu arbeiten. Die Evangelische Diakonie war meine entsendende Organisation, und ich war im St Andrew’s Guesthouse tätig.

Hier erfährst du mehr über mich:

Das Gästehaus in Ramallah, Palästina, spielt eine entscheidende Rolle als Bildungseinrichtung und bietet praktische Ausbildungsmöglichkeiten für 60 Schülerinnen und Schüler der 11. und 12. Klasse. Dabei werden sie umfassend auf den Bereich Hotelmanagement vorbereitet und
erhalten eine praxisnahe Ausbildung. Darüber hinaus fungiert das Gästehaus als interreligiöse Lernstätte, in der palästinensische Christen und Muslime zusammenkommen, um gemeinsam zu lernen und zu wachsen. Diese interreligiöse Zusammenarbeit trägt maßgeblich zu
Förderung des interkulturellen Verständnisses und zur Stärkung der Gemeinschaft im palästinensischen Kontext bei.
Momentan bin ich Student und setze mich aktiv mit den globalen Herausforderungen und Möglichkeiten in meinem Studium auseinander. Meine Erfahrungen mit Weltwärts haben mich dazu inspiriert, konkrete Ideen und Visionen für die Weiterentwicklung des Programms
zu entwickeln. Ich glaube fest daran, dass wir durch eine kontinuierliche Verbesserung der Programme eine noch tiefere Begegnung auf Augenhöhe ermöglichen und die Auswirkungen auf die lokalen Gemeinschaften maximieren können.
Mich inspirieren junge Menschen, die sich auf das Abenteuer Weltwärts und Freiwilligendienst einlassen. Ihr Engagement und ihre Bereitschaft, sich für eine bessere Welt einzusetzen, motivieren mich, mich weiterhin für internationale Entwicklung und interkulturellen Austausch einzusetzen.
Als Weltwärts-Vertreter im Programmsteuerungsausschuss würde ich mich aktiv für die Umsetzung dieser Ideen einsetzen und mein Bestes geben, um die Ziele und Visionen von Weltwärts voranzutreiben. Mit meinen Fähigkeiten in der internationalen Zusammenarbeit und meiner Leidenschaft für interkulturellen Austausch sehe ich mich gut gerüstet, einen wertvollen Beitrag zu leisten.

Zoe Marsch
Hola, ich bin Zoe, 19 und komme aus Leipzig! Bis letzten März habe ich in Tamil Nadu, Indien, in einem Mädchenheim meinen Freiwilligendienst gemacht. Trotz meiner wirklich wunderschönen Zeit in Indien, die ich total genossen habe und von der ich noch oft zehre, hinterfrage ich das Prinzip von Freiwilligendiensten inzwischen auch sehr.

Ausführlicher zu mir:

Insbesondere auch in meinem Studium, der Sozial- und Kulturanthropologie, reden wir viel über globale Machtstrukturen. Ich hätte total Lust, einerseits meine kritische Haltung gegenüber einiger „weltwärts“-Programme einbringen zu wollen und gleichzeitig das Programm in, mit all seinen Möglichkeiten und Chancen, die es jungen Menschen bietet, zu unterstützen. Als einen der wichtigsten Aspekte des Freiwilligendienstes sehe ich beispielsweise das Reflektieren der eigenen Position und damit der eigenen Perspektive in und auf der Welt.
Die paar 400 Wörter habe ich von meinem Ausgangstext radikal heruntergekürzt, also hier eine „Mini-Version“ meiner Kritik und Inspiration: Ich hinterfrage besonders (wie bestimmt einige andere auch!) Projekte und Freiwilligendienste, die anhaltende koloniale Strukturen festhalten und reproduzieren. Projekte, welche als „white saviorism“, „postkolonial“ oder „voluntourism“ kritisiert werden. Ich sehe die generell steigende Nachfrage an Freiwilligendiensten als Ausgangspunkt für die steigende Anzahl sich an kolonialen Narrativen bedienenden Partnerorganisationen. Organisationen, welche im Globalen Norden sitzen und eine völlig andere Sicht auf Lebensstandards oder Vorstellungen von dem, was „im Land benötigt wird“. Ich hinterfrage auch das Grundprinzip des Anspruchs auf „Entwicklungshilfe“, die von europäischen Ländern initiiert wird. Insbesondere sollte auch der Standard des Globalen Nordens, welcher die Fragilität oder die Notwendigkeit zur „Entwicklung“ eines Landes beurteilt und einstuft, kritisch betrachtet werden. Stattdessen sollten Vorstellungen und Perspektiven aus beiden Ländern mit einbezogen werden und alle Parteien sollten von dem Austausch profitieren. Konkret könnte ich mir vorstellen schwerpunktmäßig Projekte, welche von Menschen aus den jeweiligen anderen Ländern ins Leben gerufen werden, in das „weltwärts“-Programm aufzunehmen.
Als eine Inspiration für andere Partnerorganisationen gilt für mich auch die Umsetzung der Seminare meiner Partnerorganisation, der Deutsch-Indischen Zusammenarbeit. Ich hatte den Eindruck, dass diese mich sensibilisiert und mir nochmal meine Privilegien bewusster gemacht haben. Ich komme zum Schluss mit noch zwei Menschen oder auch deren Theorien, die mich inspirieren und auch thematisch passen: Edward Saïd analysiert den „Orientalismus“. Er beobachtet, wie der „Westen“/der „Okzident“ den „Osten“ und den exotisierten, romantisierten „Orient“ konstruiert und sich klar davon abgrenzt. Abgesehen von den zugeschriebenen Merkmalen lässt sich schon hinterfragen, aus welcher Perspektive der Begriff des „Nahen Ostens“ entstanden ist; aus welcher Perspektive der „nahe Osten“ also östlich liegt. Saïds Analyse ist meiner Meinung nach ein gutes Beispiel dafür, wie globale Machtstrukturen, Wissen und Emotionen aneinander gekoppelt sind und oft ontologisch eurozentrisch entstehen. Eine andere inspirierende Sicht auf globale Machtstrukturen bietet Arturo Escobar mit der Analyse der „One world world“ der Welt, in der nur eine Welt: der Globale Norden Platz hat.

SÜD-NORD-KOMPONENTE

Bongani Makhubela
Ich heiße Bongani Makhubela, ich bin jemand, der gut interkulturell und in einem vielfältigen Umfeld arbeiten kann. Ich kann gut in einer Gruppe arbeiten und auch Aufgaben leiten oder die Initiative ergreifen, wenn es nötig ist. Ich habe ein starkes Engagement für die internationale Zusammenarbeit und einen großen Erfahrungsschatz im Bereich der interkulturellen Bildung.

Hier wird es detaillierter:

Ich sehe es als meine Verantwortung und Chance, die Interessen der ehemaligen Freiwilligen auf politischer Ebene zu vertreten.
Beziehung zum weltwärts-Programm begann in der Zeit von 2016 bis 2017, als ich als Süd-Nord-Entwicklungsfreiwillige über weltwärts im Welthaus Bielefeld arbeitete. In dieser Zeit habe ich Seminare zur politischen Bildung durchgeführt und bin in die Dynamik der internationalen Entwicklungszusammenarbeit eingetaucht. Diese Erfahrung hat nicht nur mein Verständnis für globale Herausforderungen erweitert, sondern auch meine Überzeugung gestärkt, dass wir durch koordiniertes und engagiertes Handeln positive Veränderungen herbeiführen können.
Als Welwärts-Freiwillige war ich nicht nur ein Teil des Programms, sondern auch ein lebendiges Beispiel für die Chancen und Herausforderungen, die sich aus der internationalen Freiwilligenarbeit ergeben. Diese Perspektive möchte ich nun nutzen, um sicherzustellen, dass die Stimmen und Bedürfnisse der Freiwilligen gehört und berücksichtigt werden.
Mein beruflicher Werdegang als politischer Bildungsreferent mit dem Schwerpunkt Rassismuskritik und als Teilzeit-Freelancer für SDGs und Globales Lernen bietet mir eine solide Grundlage, um die komplexen Themen und Herausforderungen von weltwärts zu verstehen und konstruktiv anzugehen. Ich bringe nicht nur Fachwissen in Bereichen wie Antirassismus, Nachhaltigkeit und interkulturelle Kommunikation mit, sondern auch eine Leidenschaft für soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte, die die Eckpfeiler des weltwärts-Programms sind.
Meine Vision für die Rolle der Freiwilligenvertretung in der PSA ist es, eine inklusive und transparente Plattform zu schaffen, auf der die Stimmen aller Freiwilligen gehört werden können. Ich bemühe mich, die Kommunikation zwischen Freiwilligen, Entsendeorganisationen und dem BMZ zu verbessern und sicherzustellen, dass die Bedürfnisse und Anliegen der Freiwilligen in allen Entscheidungsprozessen berücksichtigt werden.
Ich setze mich engagiert für die Interessen der ehemaligen Freiwilligen ein und trage dazu bei, dass das weltwärts-Programm auch nach seiner Beendigung weiterhin eine positive und nachhaltige Wirkung entfaltet.  Mein Kindheitsheld ist Nelson Mandela. Sein unermüdlicher Einsatz für Freiheit, Gerechtigkeit und Versöhnung hat mich schon in jungen Jahren inspiriert. Mandela verkörpert für mich die Kraft des Widerstands gegen Ungerechtigkeit und die Fähigkeit, trotz widriger Umstände an Hoffnung und Vergebung festzuhalten. Sein Vermächtnis erinnert mich daran, dass jeder Einzelne die Macht hat, positive Veränderungen herbeizuführen, und dass wir uns alle für eine bessere Welt einsetzen können.

Wahlseite

Über den folgenden Link gelangst du zur tatsächlichen Wahlseite.

https://survey.grenzenlos.org/index.php/794255?lang=de

Da dieses Jahr sowohl ein*e Freiwilligenvertreter*in, als auch ein*e Stellvertreter*in gesucht werden, hast du insgesamt zwei Stimmen zu vergeben. Danke, dass du weltwärts durch deine Stimme mitgestaltest!!